Presse für "Top Dogs"
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Ostthüringer Zeitung vom 27. Oktober 2004 "Top Dogs" in Erfurt begeistert gefeiert |
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| Theaterherbst-Ensemble gastiert beim "13. Treff Junges Theater" in Erfurt | |
| GREIZ - ,,Eine grandiose darstellerische Leistung'', ,,sehr abwechslungsreich'' und ,,trotz ernster Thematik sowie
aktuellem Bezug humorvoll'': Die Inszenierung ,,Top Dogs'' des Ensembles des Greizer Theaterherbstes wurde in Erfurt beim ,,13. Treff Junges Theater in Thüringen'' von Jury und Zuschauern
gleichermaßen gelobt. Am Freitag gastierte die Gruppe mit dem Namen ,,G.Reiz-Theater'' unter Leitung der Leipziger Schauspielerin Sandra von Holn bei dem bedeutendsten Jugendtheaterfestival des
Freistaats. Eine Jury aus profunden Theaterleuten hatte aus 15 Bewerbungen, bei denen Schülertheater bewusst ausgeschlossen waren, die acht besten Inszenierungen Thüringer Jugend-amateurtheater
ausgewählt und zum Festival, das in diesem Jahr unter dem Motto ,,Jetzt schlägt's 13'' stand, eingeladen. Mit der Einladung prämiert der Thüringer Minister für Soziales, Familie und Gesundheit, Dr.
Klaus Zeh (CDU), die besten Thüringer Jugendtheatergruppen. Ausgezeichnet werden sollen sie für hervorragende Einzel- und Ensembleleistungen. Zu dem mit 20000 Euro vom Sozialministerium geförderten
Festival trafen sich unter anderem die Weimarer Theatergruppe "Schlüsselkinder", Ensembles der TheaterFABRIK Gera oder des Jugendklubs am Theater Nordhausen in der Landeshauptstadt. Von Donnerstag
bis Samstag präsentierten die Spieler der Öffentlichkeit und sich gegenseitig ihre Stücke. Im Anschluss an die Aufführungen wurden die Inszenierungen zunächst in Gruppen und danach mit den jeweiligen
Ensembles besprochen. |
Mit dem Stück ,,Top Dogs'', das zum diesjährigen Theater- herbst seine Premiere feierte, heimsten die Spieler des G.Reiz-Theaters lang anhaltenden Beifall und Jubelrufe nach der Vorstellung in dem
Erfurter Kinder- und Jugendtheater ,,Die Schotte'' ein. Nahezu ausschließlich positive Kritiken gab es zudem in den Gespräch mit dem Ensemble. Und auch in den Beratungen der Spielleiter sei durchweg
positiv über Inszenierung und Leistung der Spieler geurteilt worden, sagte Sandra von Holn. Ein Urteil, das nun möglicherweise weitere Gastspiele zur Folge hat. So liegen bereits Angebote vor, ,,Top
Dogs'' in Gotha und Suhl aufzuführen. Die nach Motiven eines Stücks des Schweizer Autors Urs Widmer entstandene Inszenierung stellt dem Zuschauer entlassene Top-Manager (Top Dogs) vor. Die sozusagen
rausgefallenen ,,Nieten im Nadelstreifen'' werden in der ,,Neue Wege Neue Ziele Company'' auf ein Leben ohne Chefsessel vorbereitet. Im Seelenstrip versuchen sie, die für sie ungewohnte Situation der
Arbeitslosigkeit zu begreifen. Unterschiedlichste Charaktere vom weinerlich-schleimigen Herrn Krause (Torsten Schemmel) bis zu aggressiven Ex-Managerin Bihler (Petra Walther), die immer noch gern
,,mit dem Flammenwerfer in die Konkurrenz reinhalten'' will, begegnen dem Zuschauer. Es sind tragikkomische Klischeetypen, die in dem sparsamen, aber ausdrucksstarken Bühnenbild gekonnt in Szene
gesetzt werden. Der Witz, den die vom Chefsessel Gestürzten dabei unfreiwillig bieten, bleibt aber oft im Halse stecken.
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Freie Presse/ Marienberger Zeitung vom 26. Mai 05
| Wenn aus Tyrannen Softies werden | ||
| Theatergruppe aus Greiz zeigt ein Stück über die wundersame Wandlung von gefeuerten Wirtschaftsbossen | ||
| Olbernhau. Was passiert, wenn die Spitzenkräfte der Wirtschaft selber arbeitslos werden? Eine Antwort auf diese hypothetische Frage gaben am
Sonnabend acht Laienschauspieler aus Greiz im Olbernhauer Theater Variabel. Die Mimen des "G.Reiz Theater" aus der thüringischen Kleinstadt präsentierten das Stück "Top dogs", was übersetzt so viel
bedeutet wie "Die Super Chefs". Regie für das vom Schweizer Urs Widmer verfasste Stück führte Sandra von Holn. Sie hatte das Werk auf zirka 70 Minuten gekürzt und bearbeitet. Die Hauptfiguren sind allesamt Spitzen-Manager, die einst in Größenordnungen ihre Mitarbeiter entließen. Am Ende blieben nur noch sie selbst übrig - und wurden gefeuert. Nun finden sie sich in |
einem Seminar wieder, wo sie erkennen müssen, dass sie ganz unten angelangt sind. Keine Dienstwagen mehr und keine Krekitkarten. Es gilt in Rollenspielen zu lernen, wieder neu anzufangen. In acht Geschichten finden die Helden des Stückes wieder zu sich. Die nicht ganz einfach darzustellenden Charaktere der gefeuerten Bosse verkörperten die Laien überraschend überzeugend. Etwa der weinerliche Herr Kause, der - gespielt von Torsten Schemmel - anfangs schüchtern und geradezu ängstlich jeden Kontakt scheut. Er geht im Rollenspiel völlig aus sich heraus. Am Schluss erkennt der Ex-Top-Manager seine Fehler und ist anschließend wieder fit sowohl für |
zwischenmenschliche Beziehungen als auch für einen neuen Job. Auch Herr Neuenschwander - gespielt von Jörg Flessa - vollzieht eine wunder-same Wandlung.
Vom Tyrannen, der seine Macht missbraucht und seine Frau (Antje Freese) schlägt, entwickelt er sich zu einem Softie, der dann sogar den Hausmüll zur Abfalltonne bringt. Gunnar Rug vom Theater Variabel zollte den Akteuren nach der Vorstellung große Anerkennung. Sprache, Gestik und Mimik hätten wunderbar miteinander harmoniert. Dem Publikum hatte die Vorstellung einfach nur gefallen. Das bestätigte der lang anhaltende Applaus am Ende, der die Laienschauspieler dreimal auf die Bühne holte. |
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Ostthüringer Zeitung vom 20. September 2004
Zahme Hunde
Wer hoch steigt, fällt tief. Doch einmal ganz unten gelandet, kann es nur noch aufwärts gehen. Die "Neue Wege Neue Zukunft Companie" - kurz NWNZC - in Gestalt von Frau Wrage (Ute
Riemenschneider)macht Manager, die ihren Job verloren haben, für künftige Aufgaben fit. Die Stückidee stammt vom Schweizer Schriftsteller Urs Widmer. Sandra von Holn (Leitung) und die
Ganzjahreswerkstatt des Greizer Theaterherbstes "G.Reiz-Theater" haben mit "Top Dogs" am Freitag die letzte Premiere der 13. Saison des soziokulturellen Festivals bestritten.
Die Zuschauer haben sich amüsiert, die Schauspieler mit ganzem Einsatz gespielt, doch richtig klar wurde nicht: Sind wir schadenfroh, dass die Arbeitslosigkeit nun auch die Ärsche aus der Chefetage
erwischt hat? Oder haben wir Mitleid, weil sie genau wie wir leiden, wenn ihnen mit der Arbeit die Identität und der Lebenssinn weggenommen wird? Richtig flott geht es auf der "Top Dogs"-Bühne immer
dann zu, wenn das Ensemble Bilder für die Absurdität der Situation der sechs "Helden" in diesem NWNZC-Kurs findet. Etwa, wenn zu Anfang Herr Deer (Sebastian Schwarz) von seinem Chef geschickt wird
und glaubt, es gehe um Synergie.
Während Deer erfährt, dass er jetzt zum Heer der Arbeitslosen gehört, ziehen die Anderen ihm die Klamotten aus und die "Ich bin eine graue Maus"-Uniform an, die - das ist in jedem Jobsuche-Ratgeber nachzu-lesen - beim Vorstellungsgespräch den besten Eindruck machen soll. Oder, wenn die Restaggressivität der Führungskräfte genutzt wird, um beim Kinderspiel den auszuwählen, der als nächster zum Seelen-striptease antreten muss. Und auch, dass Frau Wrage ihre Kursteilnehmer mit Leckerli aus der Hundefuttertüte für jedes "Hast´s brav gemacht" belohnt, entwickelt sich zum schönen Bild für das Lechzen des Menschen nach Anerkennung. Entlassen zu werden, ist demütigend. Diese Erfahrung teilen nicht nur der verhuschte Buchhalter-typ Krause (Torsten Schemmel), die sexy Porschefahrerin Judy (Tina Burkhardt), die exakte Biehler (Petra Walter), der dynamische Tennis-lehrer Neuenschwander (Jörg Flessa) und die superangepasste Frau Müller (Heidi Gerber). Auch Neuenschwnders Ehefrau (Antje Freese) hat handfest erfahren, dass der Geschlagene gern selber schlägt, ist sich aber nicht sicher, wie sie mit dieser späten Form von Aufmerksamkeit umgehen soll. Sichtlich bemühen sich die Akteure, Nuancen ihrer Figuren zu entdecken. Dabei entsteht dann ein uneinheitliches Gesamtbild. (...) So bleibt unterm Strich, "Top Dogs" sind eher Kabarett als Theater, aber als Kabarett dann doch nur ganz zahme Hunde.

